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... um die Wurst

Presse

aus der Badischen Zeitung vom 13.05.2013

Satte Mahlzeit, die nicht dick macht

VHS-Theatergruppe Querfeldrhein präsentiert in Schätzles Keller in Rheinfelden Sketche und Texte rund ums Essen.

© Badischen Zeitung
Satirische Leckerbissen zum Thema Essen servierte die VHS-Theatergruppe "Querfeldrhein" bei ihrem Kabarettabend in Schätzles Keller
Foto: Roswitha Frey

RHEINFELDEN. Um die Wurst ging es am Freitagabend in Schätzles Keller: Bei einem literarisch-satirischen Streifzug durch Kulinarien widmete sich die VHS-Theatergruppe "Querfeldrhein" auf vergnügliche Art dem Thema Essen. Die gut gelaunten Akteure servierten ihrem Publikum vor ausverkauften Reihen ein mit Humor und Ironie gewürztes Menü aus kabarettistischen Texten und Sketchen rund ums leibliche Wohl. Übers Essen lässt sich trefflich streiten, wie man in dieser Kabarett-Revue schnell bemerkte. Das Ensemble, bestehend aus Barbara Fleck, Jette Jensen, Anke Kurt, Sabine Tomczak, Wolfgang Dreiser, Rüdiger Fleck und Carmine Melino, sitzt auf der Bühne an kleinen Tischchen und bringt Witziges, Hintersinniges und Kurioses über Essgewohnheiten, Küchengeschichten, gesunde Ernährung, Bio und Fastfood auf den Tisch.

In alphabetischer Reihenfolge geht es, von A wie Apfel und B wie Brot und Bier bis zu T wie Torte und Z wie Zitrone, quer durch die Küchen und Speisezettel. In ihrem fünften Kabarettprogramm hat die VHS-Theatergruppe allerlei geistreiche Texte von Dichtern und Satirikern wie Heinrich Heine, Wilhelm Busch, Heinz Erhardt, Robert Gernhardt, Eugen Roth, Fred Endrikat, Mascha Kaléko, Hanns Dieter Hüsch und anderen ausgesucht.

Daneben hat Regisseur Dreiser gemeinsam mit dem Ensemble eigene Texte und Nummern übers Essen inszeniert. Auch Zeitkritisches über die diversen Lebensmittelskandale kommt aufs Tapet. Dazwischen greift als Gast Jutta Böhm zur Gitarre und unterhält mit dem Speiseplan der Woche: vom Nudeltag bis zum Strudeltag. In einem Sketch im Restaurant mimt Wolfgang Dreiser den schnöseligen Ober, der den Gästen die Meinung sagt: "Bei Pilzgerichten kassieren wir sofort". Oder: "Der Tee schmeckt nach Seife...".

Das Streitgespräch darüber, ob Nudeln nun dick oder glücklich machen, wird mit ebenso kabarettistischer Spiellaune ausgetragen wie die philosophische Stammtischrunde mit Nietzsche, Schopenhauer, Bloch und Adorno, die zunehmend angesäuselt klingen. Erheiternde Nummern sind auch das Loblied auf die tolle Knolle, die Hymne auf den Hering, das Seemannsgarn über den Labskaus, das zungenbrecherische Sprachspiel über Rhabarber oder der Sketch mit dem armen Würstchen aus Frankfurt, das keine Papiere hat.

Den Schauspielern macht es sichtlich Spaß, literarisch-ironische Leckerbissen zu servieren. Mit Witz und Verve nehmen die Akteure den Kampf um Pfunde und Kalorien aufs Korn: hier Tofu und Joghurt, dort Sahne und Schnitzel. Wie sich die Zeiten in den Küchen geändert haben, hörte man in Heinrich Heines satirischer Beschreibung der deutschen Küche im 19. Jahrhundert. Auch Wilhelm Buschs Bildergeschichte vom Pudding oder das Eifersuchts-Drama ums Filet Stroganoff amüsierte das Publikum. In dieser wilden Stroganoff-Parodie laufen Wolfgang Dreiser, Rüdiger Fleck und Carmine Melino zu komödiantischer Hochform auf.

Das Publikum fordert einen Nachschlag und bekommt einen frechen Diskurs über Tee- und Kaffeetrinker, Raucher und Nichtraucher serviert.

Weitere Aufführung: Freitag, 28. Juni, 20.15 Uhr, in Schätzles Keller.

Roswitha Frey