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Feier Bürgerstiftung

Presse

aus der Badischen Zeitung vom 10.10.2016

Zum Wohl der Stadt und ihrer Bürger

WIE WAR'S BEIM Geburtstag der Bürgerstiftung mit Infos und Bühnenprogramm im Zeichen eines engagierten Miteinanders?

© Badischen Zeitung
Am Anfang stand der karitative Wille von Pfarrer Karl Rolfus und Schwester Maria Theresia Scherer in Herten. Die Theatergruppe Querfeldrhein spielte in drei Akten die Entwicklung zur Stiftung. Fotos: Ingrid Böhm-Jacob
Foto: Ingrid Böhm-Jacob

RHEINFELDEN. Mit den Bürgern und für die Bürger - der Leitgedanke der Bürgerstiftung zog sich als roter Faden durch das Geburtstagsfest zum zehnjährigen Bestehen. In einem satten dreistündigen Programm aus Information und Unterhaltung erlebten die Besucher des Abends, dass die Bürgerstiftung sich zum wichtigen gesellschaftlichen Bestandteil der Stadt entwickelt hat und vom bürgerschaftlichen Miteinander getragen wird. Das sieht auch der Bundesverband der Bürgerstiftungen in Berlin so. Deren Vertreterin Gabriele Fleischer überreichte am Samstag zum wiederholten Male das Gütesiegel.

Das Bürgerschaftliche

Drei Schwerpunkte hat sich die Bürgerstiftung 2016 gesetzt. Der Bewegungsparcours im Herbert-King-Park ist ein für alle nutzbares Projekt geworden, die Festschrift ein umfangreicher Leistungsnachweis über Aktionen und Projekte und der Geburtstagsabend ein eindrucksvolles Gemeinschaftserlebnis. Stifter, Spender und Bürger genossen das Miteinander. An dem wirkten vor und hinter den Kulissen ganz im Zeichen bürgerschaftlichen Engagements zahlreiche Freiwillige mit: Azubis an der Garderobe und beim Apero-Service zusammen mit Behinderten des Hertener Café Grenzenlos. An der Getränketheke wirtete der Förderverein Pro Jugendhaus, die Kaffee- und Kuchentafel bestellte der TuS Adelhausen und auch alle, die auf der Bühne mit Theater, Musik, Gesang und Worten auftraten, engagierten sich ohne Honorar.

Die Überzeugungen

"Wir brauchen das Vertrauen in unsere Arbeit von unabhängiger Seite bestätigt", betonte Stiftungsratsvorsitzender Rainer Liebenow, als er das Gütesiegel in Empfang nahm. Vorsitzender Norbert Dietrich wertete die Urkunde und Plakette als "Ausweis von Qualität". Gabriele Fleischer würdigte bei den Projekten auch den jährlich verliehenen Bürgerpreis. Oberbürgermeister Klaus Eberhardt brachte mit einem Zitat des ersten Bundespräsidenten Theodor Heuss auf den Punkt, dass es auf ein "gutes Zusammenspiel" zwischen den Städten und ihren Bürgern ankomme, weil das "Garant für unser freiheitliches demokratisches System" sei. Den besondren Wert in der Bürgerstiftung sieht der OB darin, dass sie unabhängig und selbstbestimmt Projekte zum "Wohle von Stadt und Bürgerschaft" gestalte und damit die Aufgabenstellung der politischen Gemeinde ergänze. "Wer nichts für andere tut, tut nichts für sich", verwies er dazu auf Goethe. Eberhardt erinnerte aber auch an die schwierigen Anfänge der Stiftung an denen sein Amtsvorgänger Eberhard Niethammer und der damalige Direktor des St. Josefshauses Bernhard Späth sowie Cornelia Rösner (Amt für Familie, Jugend, Senioren) gearbeitet haben, so dass am 26. Oktober 2006 51 Gründungsstifter die Urkunde zeichnen konnten.

Die Geschichte

Die Geschichte, die den Bogen von Karl Rolfus als sozialreformerischen Pfarrer und dem St. Josefshaus in Herten mit der Freiplatzregelung für Bürger bis heute spannt, setzten Akteure der VHS-Theatergruppe Querfeldrhein unter Wolfgang Dreiser auf der Bühne in drei Akten in Szene. Bernhard Späth gab Kommentare zur Einordnung, um zu zeigen, wie der Stein ins Rollen kam, damit aus dem einstigen Legat der Grundstock über 125 000 Euro für die Bürgerstiftung wurde.

Die Finanzen

"Ohne Geld ist alles nichts", fiel als Merksatz und Späth betonte dabei auch, dass "beim Stiften Maßlosigkeit das Maß sei". Moderator Matthias Zeller, der verbindlich und unterhaltsam durch den Abend führte, machte deutlich, dass sich das Kapital gut vermehrt hat. "Es gibt wohl nicht viele Zehnjährige in Rheinfelden," merkte er an, "die fast eine Million Euro auf dem Konto haben". Dort bleibt das Geld auch, denn nur die Zinsen arbeiten für die Bürger. "Das Wichtigste sind Spenden", machte Liebenow in der Talk-Runde deutlich. Zweimal habe die Stiftung Erbschaften in einer Größenordnung von jeweils einer Viertelmillion erhalten, so dass sich schnell viel entwickeln habe können. Ein kleines Sparschwein auf jedem Tisch im Saal animierte dazu, weiter einen Beitrag zu leisten, damit es aufwärtsgeht.

Das Programm

Festlich, fröhlich, beschwingt und vom Vorwärts getragen, erfreuten auf der Bühne die beiden jungen Pianisten Dennis Liske mit jazzigen und Tobias Kahn mit spätromantischen Improvisationen. Es gab ein Wiedersehen und -Hören mit Christine Schmid und ihren Chansons am Akkordeon und, weil das Programm schneller war als die Klavierbegleitungen da, heitere Improvisation, bis Florian Metz erschien. Die ausgebildeten Sängerin Daniela Bianca Gierok (Jazz und Oper) setzte mit ihrem warmen Alt und großer stimmlicher Bandbreite den mitreißenden Schlusston, begleitet von Karl-Martin Buttgereit am Flügel. Und so mancher Besucher wird nach Gieroks Auftritt ein "I got Rhythm" mitgenommen haben.