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Mörder mögen's messerscharf

Presse

aus der Badischen Zeitung vom 25.03.2010

Ein umwerfendes Gespann

Die Kriminalkomödie "Mörder mögen's messerscharf" der Rheinfelder Theatergruppe "Querfeldrhein".

© Badischen Zeitung
Zwei Tanten mit Hang zu Seancen
Foto: Roswitha Frey

Eine feine Familie, die sich da auf der Bühne des Rheinfelder Bürgersaals versammelt: Der Herr Baron geistert ganz in Weiß durchs Geschehen, die beiden spleenigen Tanten haben einen Hang zum Übersinnlichen und die Frau Baronin ist ein hinterhältiges, durchtriebenes Luder, das niemand ausstehen kann. Dass es auch in adeligen Kreisen intrigant und mörderisch zugehen kann, zeigt die Rheinfelder Theatergruppe "Querfeldrhein" in der amüsanten Kriminalkomödie "Mörder mögen's messerscharf".

Die Autorin Christine Steinwasser wendet in diesem etwas anderen Krimistück einen besonderen Kniff an: Sie lässt das Mordopfer, den Baron von Herrschershausen, als Geist wieder auftauchen und das kriminelle Treiben seiner lieben Verwandtschaft mit Argusaugen verfolgen. Was der Herr Baron so alles mitkriegt an Erbschleicherei, Geldgier und Affären, ist Stoff genug für einen unterhaltsamen Theaterabend, der in der Inszenierung von Thomas Schmidt genau die richtige Mischung aus Krimielementen, einer Prise Spannung, viel Humor und lustigen Szenen hat.

Dem Ensemble des VHS-Theaters "Querfeldrhein" macht es sichtlich großen Spaß, erstmals einen Krimi aufzuführen. Schon das Bühnenbild mit gediegener Salonatmosphäre und Porträt-Galerie ist gelungen, und die Rollen sind von Typ und Charakter her passend besetzt. Wie Rüdiger Fleck den Geist des Barons im weißen Anzug spielt und die Machenschaften im Schloss bissig kommentiert, gibt dem Stück viel Ironie. Erika Hinzmann kehrt gekonnt das Hochnäsige, Vornehmtuerische der Frau Baronin heraus, die auf trauernde Witwe macht, aber eine rechte Giftspritze ist. Ein umwerfendes Gespann geben Erika Hansmann und Martina Rauscher als schrullige Tanten ab, die traut auf dem Sofa hocken - die eine ist schwerhörig und versteht alles falsch, die andere ist unverblümt, forsch und geradeheraus, und in Sachen trockener Humor sind die beiden Damen einsame Spitze - und eindeutige Publikumslieblinge.

Sehr gut gefällt auch Carmine Melino als Butler Johann, der stets Contenance bewahrt, aber heimlich ein Gläschen Cognac nach dem anderen kippt. Doch was wäre eine solche Krimikomödie ohne Kommissar? In diesem Fall ermittelt Sabine Tomczak als Kommissarin Nehrlich auf resolute und patente Art in den verdächtigen Kreisen von Familie und Schlosspersonal. Für einige hübsche Pointen und Situationskomik sorgen ihre Kabbeleien mit dem als Aushilfs-Butler eingeschleusten verdeckten Ermittler Hugo Geist, den Jean Metz als draufgängerische "Spürnase" mit lockeren Sprüchen spielt. Auch die anderen Darsteller sind mit viel Spielwitz bei der Sache: Matthias Lentz als schleimig-unterwürfiger Verwalter, der eine Marionette in den Händen der Frau Baronin ist, Anja Braekow als völlig aufgelöste Petunia mit heftigen Gefühlsausbrüchen, Martina Sporer als schwärmerisch verliebtes Hausmädchen Sophia und Brunhilde Hering als gestandene Putzfrau Amanda, die heimlich lauscht und auch ein Mordmotiv hätte. Und wenn im letzten Akt mit effektvollem Schwarzlicht eine Seance mit Geisterbeschwörung inszeniert wird, wird die Mord-Story im Schloss gar noch ein bisschen zur Geister-Komödie.

- Weitere Aufführungen am 26. und 27. März, 20 Uhr, 28. März, 19.15 Uhr.




aus der Badischen Zeitung vom 17.03.2010

Querfeldrhein sucht den Mörder

"Mörder mögen's messerscharf" heißt das neue Stück der VHS-Theatergruppe, das sich momentan in den Endproben befindet.

© Badischen Zeitung
Ein Mord, ein Geist und eine Seance: Die VHS-Theatergruppe "Querfeldrhein" bringt erstmals eine Krimikomödie auf die Bühne des Bürgersaals.
Foto: Roswitha Frey

RHEINFELDEN. Helle Aufregung in Adelskreisen: Der Baron ist verschwunden, und als er ertrunken im See aufgefunden wird, gibt es jede Menge Verdächtige in der Familie und beim Personal. Ein verzwickter Fall für Kommissarin Else Nehrlich, die die Ermittlungen im Schloss aufnimmt. "Mörder mögen's messerscharf", heißt die Kriminalkomödie von Christine Steinwasser, die von der VHS-Theatergruppe "Querfeldrhein" derzeit intensiv geprobt wird. Am 19. März, 20 Uhr, ist Premiere im Bürgersaal. Sechs Vorstellungen sind geplant. Es ist der erste Krimi, den die rege Theatergruppe in Angriff nimmt. "Wir wollten dieses Mal ein eher lustiges Stück spielen und eben gerne auch mal einen Krimi", erklärt Regisseur Thomas Schmidt zur Stückwahl. Schmidt führt immer abwechselnd mit Wolfgang Dreiser Regie bei Querfeldrhein und ist dieses Jahr wieder an der Reihe. Zuletzt hatte er mit der VHS-Theatergruppe 2008 Ionescos absurdes Stück "Die Nashörner" inszeniert, das wegen der ernsten Thematik aber nicht so viele Zuschauer erreichte wie erhofft. Nun setzt man wieder auf etwas Unterhaltsames und hofft auf regeren Publikumszuspruch.

Den Zuschlag bekam das hintergründig-witzige Mördersuchspiel auch deswegen, weil es viele größere und dankbare Rollen hat und elf Akteure von "Querfeldrhein" auf der Bühne stehen können. Darunter sind die meisten bewährte und bühnenerfahrene Darsteller, aber auch zwei neue Gesichter, die erstmals bei einer Produktion der VHS-Theatergruppe dabei sind: Rüdiger Fleck als Baron von Herrscherhausen und Anja Braekow als dessen Schwester Petunia. Grundlage und Voraussetzung zum Mitmachen bildet immer der VHS-Theaterworkshop, den alle Schauspieler von "Querfeldrhein" absolviert haben und der auf die Rollenspiele vorbereitet.

Regisseur Thomas Schmidt gefällt an "Mörder mögen's messerscharf", dass es eine eher ungewöhnliche Krimikomödie ist: Denn wenn die Geschichte beginnt, ist der Mord schon passiert und das Mordopfer taucht als (unsichtbarer) Geist wieder auf, um zu beobachten, was seine liebe Verwandtschaft so alles treibt. "Es ist kein ernster Krimi, es hat mehr so eine gewisse Leichtigkeit", sagt Thomas Schmidt über die ein bisschen schwarzhumorige Komödie.

Auch der Zuschauer darf kräftig miträtseln, wer wohl den Baron auf dem Gewissen hat: War es seine Frau Lukretia, die die trauernde Witwe spielt, aber als geldgierig gilt? Oder der Verwalter, der wohl ein Verhältnis mit der Baronin hat? Oder gar die verschrobenen Tanten Honoria und Restituta, die Séancen veranstalten? Alle haben irgendein Motiv.

Bei den seit Herbst laufenden Proben wird kräftig gefeilt, damit die Szenen und Pointen auch sitzen. "Ich finde Komödien viel schwieriger zu inszenieren, weil man aufpassen muss, dass man den Witz richtig hinkriegt", so Thomas Schmidt. Das Bühnenbild wurde ebenso in Teamarbeit erstellt wie die Kostüme. Die Aufführungen sind am 19., 20., 21., 26., 27., 28. März, Freitag und Samstag 20 Uhr, Sonntag 19.15 Uhr, im Bürgersaal. Vorverkauf bei der VHS Rheinfelden sowie in den Buchhandlungen Merkel und Schätzle