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Alemannischer Liederabend

Presse

aus dem Südkurier vom 04.10.2007

So wie das Leben eben spielt


© Südkurier
Mit Heiterem und Besinnlichem unterhielt der Rheinfelder Liedermacher Manni Meister sein Publikum in Schätzles Keller.
Foto: Frey

Mit einem richtigen Rheinfelder "Urgestein" ging es nach der Sommerpause wieder los mit den Kleinkunst-Abenden in "Schätzles Keller": Auf der Bühne stand Manni Meister, der seit vielen Jahren als Liedermacher bekannt ist. In seinen Liedern, Texten und Melodien setzt er Erlebnisse und Erfahrungen aus dem Alltag um, die ihn nachdenklich stimmen oder zum Lachen bringen. Viele kennen Manfred "Manni" Meister aber auch als Schauspieler von der Theatergruppe "Querfeldrhein" oder der Rheinfelder Volkskunstbühne her, und so war es nicht verwunderlich, so dass die Zuhörerreihen dicht besetzt waren.

Manni Meister griff zur Gitarre und unterhielt sein Publikum bestens mit eigenen Liedern aus dem Leben, mal zum Schmunzeln, mal zum Nachdenken. So wie das Leben eben so spielt, "bisch mol trurig, dann wieder froh", heißt es in einem alemannischen Mundartlied von Meister. Als alt eingesessener Rheinfelder sei er gerne auf dem Inseli, erzählte der Liedermacher, und diesem traumhaft schönen Flecken am Rhein widmete er ein alemannisches Lied "Z"Rhifelde ufem Inseli".

Doch Meister singt nicht nur im Dialekt, er hatte auch Lieder mit schriftdeutschen Texten im Gepäck. Einmal sang er vom "Frühlingserwachen", vom Frühling und Herbst des Lebens, oder vom Sommer, der vorbei ist, und mit ihm die Träume von Glück, Wärme und Zärtlichkeit. Dann schlug Meister besinnliche Töne an in dem wehmütig-kritischen Abschiedslied für einen gefällten Baum, der Straßen und Häusern Platz machen muss. Besonders gut kamen beim Publikum aber die flotten Rock-, Rag- und Bluesnummern an wie etwa der "Alemanne-Rock", in dem Manni Meister humorvoll über die Mundart singt: "Ja, si lebe no, die Alemanne lebe no!".

Mehr in die Rag-Richtung ging auch "Lueg in Spiegel", in dem es um die Zipperlein geht, wenn die Männer langsam in das "Metall-Alter" kommen: Silber in den Haaren, Gold im Mund und Blei in den Knochen... Kräftig klatschte das Publikum dann mit beim "Feierabend-Blues", denn Meister besingt hier treffend das Feierabend-Gefühl, wenn man so richtig müde und abgespannt von der Arbeit nach Hause kommt. Auch der "kulinarische" Teil mit dem Loblied auf "feini Röschti mit Chäs" traf offenbar voll den Geschmack der Zuhörer, die sich jedenfalls köstlich amüsierten über diesen munteren Röschti-Song.

Mit einem gefühlvollen "Herbst-Blues" als Zugabe verabschiedete sich Manni Meister von seinem begeisterten Publikum. Dieser Herbst-Blues über die Jahreszeit, "wenn die Blätter fallen" und man am liebsten hinterm Ofen hockt, war auch schon ein kleiner Vorgeschmack auf den Kabarettabend "Herbstzeitschose", mit dem die "Querfeldrhein"-Kabarettgruppe um Wolfgang Dreiser am Donnerstag, 25. Oktober, in Schätzles Keller gastiert.

Roswitha Frey


aus dem Südkurier vom 21.10.2008

Abend auf Alemannisch


© Südkurier
Manni Meister im voll besetzten Minseler Bürgersaal beim Alemannischen Abend der AWO.
Foto: pmü

Minseln (pmü) Amüsant und nachdenklich gestaltete sich die inzwischen 15. Auflage des "Alemannischen Obend" der AWO Minseln. Bevor die beiden Künstler Manni Meister und Karla Hanisch auf die Bühne traten, begrüßte Vorsitzender Klaus Weber die vielen Gäste. "Mit über 50 Personen sind wir voll", freute sich Klaus Weber.

Alle Stühle waren besetzt und am Schluss musste sogar noch die Gartenbank geholt werden. Er und sein AWO-Team sind sich einig: Der Alemannischen Obend wird nicht in einen größeren Raum umziehen, "denn lieber ein voller Raum als ein halb leerer, " so Weber.

Mit dem Abend eröffnete Klaus Weber auch die Ausstellung des Zeichen- und Malkurses unter Franz Siebold. Aquarelle und Bleistiftzeichnungen schmücken fünf Wochen lang die Wände des Bürgersaals. Die Ausstellung ist immer montags, wenn die Begegnungsstätte der AWO geöffnet ist, zu bewundern. Manni Meister kennt als gebürtiger Rheinfelder die Stadt und ihre Themen, welche er in seinen Liedern gerne wiedergibt. Die Texte von Manni Meister basieren auf Beobachtungen und persönlichen Erlebnissen, nicht nur in Rheinfelden. Er orientiert sich auch an Chansons großer Künstler wie zum Beispiel Reinhard Mey. So entstand "Viertel vor sieben", ein Text mit ein wenig Melancholie, bei dem Meister wünscht, dass die Dinge so geblieben wären wie einst und alle Wege nur geradewegs gingen.

In seinem typischen Grenzgängerdialekt serviert er nicht immer nur leichte Kost, er nimmt gerne Lebenssituationen ins Visier. "Z`Rhyfelde uf em Inseli" ist der Künstler gerne und vom Rhein handeln deshalb gleich drei seiner Songs.

Manni Meister trifft mit seinem Repertoire den richtigen Tonfall zwischen Humor, Ironie und Kritik. Auch seine Cousine Karla Hanisch beeindruckte - allerdings nicht singend, sie trug stattdessen Gedichte vor. Diese handeln vom täglichen Brot, dickköpfigen Alemannen oder ihrer Reise auf dem Jacobsweg.