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Lysistrata

Presse

aus dem Südkurier vom 24.09.2013

Sexboykott empört antike Männerwelt

Rheinfelden - Darsteller der Gruppe Querfeldrhein hauchen der griechischen Komödie Lysistrata Leben ein. Weitere drei Aufführungen folgen

© Südkurier
Foto: Roswitha Frey

"Die Hände weg! Kommt uns nicht zu nahe!" So drohen die Frauen den Männern, die versuchen die Burg zu stürmen und sich über das widerspenstige Weibervolk empören. Wie sich die Frauen von Athen und Sparta zusammentun, um dem Krieg ihrer Männer ein Ende zu setzen, wird im Theaterstück Lysistrata geschildert. Mit ihrer Inszenierung dieser griechischen Komödie von Aristophanes hatte die VHS-Theatergruppe Querfeldrhein am Freitagabend im Bürgersaal Premiere.

Krieg oder Liebe - vor diese Wahl stellen die Frauen ihre Männer. Lysistrata hat die Frauen zusammengerufen, die Frauen sollen sich ihren Männern so lange verweigern, bis diese in den Frieden einwilligen. Wie sich der Liebes-Streik im alten Athen auswirkt, hat Regisseur Thomas Schmidt mit seinem 17-köpfigen Ensemble mit effektvollen Regieeinfällen auf die Bühne gebracht. Das Bühnenbild ist schlicht gehalten, zeigt als Kulisse die Burg, die Akropolis, in der sich die Frauen verschanzt haben. Die Darsteller tragen griechische Gewänder und sprechen im griechischen Versmaß. Die politische Aussage und pazifistische Botschaft des Stücks kommt deutlich hervor. Aber mehr noch legen Schmidt und sein Ensemble das Augenmerk auf den Geschlechterkampf. Eine wichtige Rolle spielt der antike Chor der Alten, der die verfluchten Weiber auf der Burg ausräuchern will, und der sich ihnen entgegen stellende Chor der Frauen liefern sich bühnenwirksame Streitduelle.

Eindrucksvoll gibt Ingeborg Königsfeld die kluge, beredte und couragierte Titelheldin Lysistrata, eine Frau mit wachem Geist, Lebensklugheit und Redekunst. Ihre Worte über den Wahnsinn des Kriegs, das falsche Verhalten der Männer und den Frieden als Sache der Frauen hallen nach. Martina Sporer als eitle Kalonike, Maria Lo Voi-Dietrich als verführerische Spartanerin, Erika Hinzmann als Myrrhine, Saskia Degenhardt und Brunhilde Hering spielen mit geballter weiblicher Anziehungskraft. Da brandet Szenenbeifall, wenn der Chor der Alten mit Wasser übergossen wird oder die Männer mit dem Rammbock die Burg der Frauen stürmen wollen und kläglich scheitern. Köstlich aufgeplustert spielt Matthias Lentz den selbstgefälligen Ratsherrn, der von den Frauen verspottet und in die Enge getrieben wird. Wie die Männer unter dem Sexboykott leiden, wird von Hans Krusche, Matthias Lentz und Thomas Wolf ebenso drastisch wie mit parodistischer Komik vorgeführt. Trefflich ironisch wird das Bild vom standhaften Mann parodiert. Für humorvolle Szenen sorgen Daniel Bollinger, Rüdiger Fleck, Martin Fleck und Bernd Futterer als Chor der Alten sowie Martina Rauscher, Erika Hansmann, Anke Kurt und Barbara Fleck als resoluter streitbarer Chor der Frauen, der den Machos Paroli bietet. Bei der Premiere gab es viel Beifall für dieses lehrreiche und unterhaltsame Friedensstück aus dem alten Athen.

Termine: Weitere Aufführungen im Rheinfelder Bürgersaal sind auch noch am 26. und 28. September, jeweils um 20 Uhr, sowie 29. September, um 19.15 Uhr.