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Die Affaire Luspidame

Presse

aus dem Südkurier vom 28.10.2003

Reihenweise witzige Dialoge

Theatergruppe "Querfeldrhein" zeigt "Die Affäre Luspidame" - Eine amüsante Komödie

© Südkurier
Ende gut, alles gut: Mit der Komödie "Die Affäre Luspidame" landete die Theatergruppe "Querfeldrhein" eine Erfolg und hatte die Lacher auf ihrer Seite.
Foto: Frey

Ein Schuss knallt, der Ehemann versteckt sich hinterm Sofa, die schöne Geliebte fällt in Ohnmacht, als ein Kommissar plötzlich das Techtelmechtel stört. Turbulent geht es zu in dieser Szene der Komödie "Die Affäre Luspidame" von Alfred Hennequin, mit der jetzt die Rheinfelder VHS-Theatergruppe "Querfeldrhein" im Pfarreizentrum St.Josef Premiere hatte. Die vielen herzhaften Lacher und der Beifall im Publikum zeigten, dass die vergnügliche Inszenierung von Regisseur Wolfgang Dreiser und seinem munter spielenden Ensemble sehr gut ankam.

Die Gesellschaftskomödie hat viel Situationskomik, witzige Dialoge und humorvolle Szenen zu bieten, und die Rollen sind ausgesprochen typengerecht besetzt. Thomas Schmidt als Rechtsanwalt Fauvinard macht seine Sache glänzend, er spielt bühnen- und textsicher diesen Juristen auf amourösen Abwegen. Der Ärmste ist geplagt von einem wahren Drachen von Schwiegermutter, die ihm nachspioniert und sein Ehe- und Berufsleben zur Hölle macht.

Erika Hansmann liefert eine hinreißende Vorstellung dieser Schwiegermama, die so herrlich dramatisch auf die Bühne rauscht und die Empörte spielt. Selbst ihre Tochter, die sanftmütige Angele (Erika Hinzmann), hat sie gehörig unter der Fuchtel. Echtes komödiantisches Talent zeigt Eva Mendel als einfältiges Dienstmädchen, das mit seinen Sprüchen immer wieder für Erheiterung sorgt. Auch Rudi Oberscheidt hat als sympathisch trotteliger Gatinet die Lacher auf seiner Seite.

Auslöser der pikanten "Affäre" ist die elegante Madame de Bagnolles (Brigitte Licini), die ihren Gatten (Dietmar Schweiger) der Untreue verdächtigt. Zur amüsanten Verwechslungskomödie mit großem Durcheinander und Aufregung wird die Geschichte im Boudoir der leichtlebigen Césarine, die Martina Sporer als verführerische Blondine darstellt. Mitten in ein romantisches Rendezvous platzt die Polizei, eine Szene, die Regisseur Dreiser effektvoll inszeniert. Jean Metz als Kommissar im Trenchcoat und Karin Lischer als seine Assistentin mit französischem Akzent und Baskenmütze stürmen mit gezückten Pistolen die Bühne, um den Ehebrecher in flagranti zu erwischen.

Doch die Herren in dem Stück haben alle etwas zu verheimlichen und stecken bald in ziemlichen Liebesnöten. Die lustigen Verwechslungen und Heimlichtuereien nehmen ihren Lauf, sehr zum Vergnügen des Publikums. Auch Markus Seiser als Anwaltsfreund Tardivaut, Martina Rauscher als Köchin und Marianne Grundler als Cesarines Vertraute mischen gekonnt mit in diesem Lustspiel, bei dem die Darsteller in bester Spiellaune auftrumpfen können. Bevor sich der verzwickte Fall auflöst, hält Thomas Schmid als Anwalt ein flammendes Plädoyer in Herzensdingen, spricht vor dem "hohen Gericht" im Zweifel für die Liebe und die Ehe. Und so kommt es am Schluss der Vorstellung zur großen Versöhnungsszene.

Roswitha Frey