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Lottchens Geburtstag

Presse

aus dem Südkurier vom 01.10.2001

Anstrengungen lohnten sich für Nachwuchsdarsteller

VHS-Theaterworkshop zeigte Einakter von Ludwig Thoma und Kenneth Lillington / Rollenspiel mit Sinn für Komödiantisches

© Südkurier
GASTSPIEL: Die Theatergruppe der VHS-Rheinfelden gastiert am Freitag, 23.November, und Samstag, 24.November, jeweils um 20 Uhr im Max-Metzger-Haus auf dem Salzert in Lörrach mit den zwei Einaktern.
Foto: Frey

RHEINFELDEN (ros). Einmal auf der Bühne zu stehen, davon träumten die Teilnehmer der Workshop-Theatergruppe der VHS Rheinfelden. Jetzt war es soweit: Am Wochenende präsentierten die begeisterten Laiendarsteller das Ergebnis der monatelangen Theaterarbeit unter Leitung und Regie von Wolfgang Dreiser. Der fand die Leistung seiner Schützlinge in zwei Einaktern von Ludwig Thoma und Kenneth Lillington "sehr beachtlich". Auch das Publikum im Filmsaal der Realschule zeigte sich von den Aufführungen höchst angetan, bei denen es viel zu lachen und nach der Pause auch "wohligen Grusel" gab.

Eine amüsante Lehrstunde in Sachen Liebe und Ehe war das erste Stück, "Lottchens Geburtstag" von Ludwig Thoma. Ein gelehrter Herr Professor hat sich zum Entsetzen seiner Gattin in den Kopf gesetzt, seine Tochter Lottchen an ihrem 20. Geburtstag endlich aufzuklären über das "Wesen der Ehe". Als schließlich ein linkischer, schüchterner Zoologe auftaucht, um Lottchen den Hof zu machen, kommt es zu einem herrlich komischen Gespräch zwischen den prüden Herrschaften. Und am Ende stellt sich das blonde Töchterchen als gar nicht so ahnungslos heraus. Die Laiendarsteller gefielen in diesem lustig-spöttischen Einakter durch ihr humorvolles lebendiges Rollenspiel und ihren Sinn fürs Komödiantische.

Ein "Ah" ging durch den Saal, als es nach der Pause dunkel wurde auf der Bühne. Das schaurig-komische Stück "Noch nie hörte man solch schauriges Lachen" des Engländers Kenneth Lillington spielt in einem veritablen Spukschloss, in dem lauter vornehme alte Geister ihr Unwesen treiben. Die adeligen Gespenster haben erstklassige Manieren, achten auf standesgemäßen Benimm und Etikette. Umso entsetzter reagieren sie, als eines Tages eine neureiche, ungehobelte Familie aus Amerika ins Schloss einzieht und den "alten Kasten" kräftig aufmöbeln will.

Also beschließen die Geister, die unwillkommenen neuen Bewohner zu vergraulen. Bei dieser Grusel-Story mit typisch britischem Humor durften die Darsteller effektvoll herumspuken oder theatralisch kreischen beim Anblick der weißgewandeten Schreckgespenster.

Als Mitglieder der VHS-Theatergruppe agierten Rudi Oberscheidt, der gekonnt den verklemmten Professor spielte, Brigitte Licini, die eine reizende Professorengemahlin abgab, Eva Mendel, die in zwei Hosenrollen komödiantisches Talent bewies, Martina Rauscher als neugierige Tante, Martina Sporer als aufgewecktes Töchterchen, Erika Hansmann als resolute Köchin, Volker Schön, Erika Hinzmann und Tanja Haenggi als Geister sowie Marianne Grundler und Martina Hartmann als schreckhafte Ladies. In Teamarbeit erstellt wurden Kostüme, Requisiten und Bühnenbild, was ebenfalls zum Gelingen des Abends beitrug.

Roswitha Frey