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Lottchens Geburtstag

Lottchens Geburtstag

Wie Erich Kästners Emil jedem Bayern bekannt ist, so sind auch den "Saupreußn" - das meint jedem Nichtbayern - Ludwig Thomas Lausbubengeschichten bekannt.

Thoma war aber - wie Kästner - in erster Linie gar kein Kinderautor, sondern ein kritisch-scharfer politischer Geist, der sich satirisch mit seiner Zeit anlegte und über die Bürokratie, über das duckmäuserische Obrigkeitsdenken, über den bigotten Klerikalismus und die heuchlerische bürgerliche Scheinmoral schonungslos seinen Spott ausgoss.

Dazu bot ihm der Simplicissimus, in dessen Redaktion er 1899 eintrat, reichlich Raum. Unter dem Pseudonym Peter Schehmil ritt er hier seine scharfen Attacken gegen Staat und Gesellschaft, die er als "Insider" aus seiner Tätigkeit als Anwalt in München genauestens kannte.

Dieser Spott wird auch in "Lottchens Geburtstag" deutlich und heute können wir über so viel Verklemmtheit und Prüderie, wie sie die beiden "Mannsbilder" an den Tag legen, wohl nur nachgiebig amüsiert den Kopf schütteln! Aber - Gottseidank! - brachten schon damals die Frauen alles wieder ins Lot! Und das hat sich ja bis heute nicht geändert! Oder sind Sie in diesem Punkt etwa anderer Meinung?

aus dem Programm:

Regie bei beiden Einaktern führte Wolfgang Dreiser. Kostüme und Requisiten wurden gesucht und gefunden durch die Bemühungen des gesamten Teams. Freunde und Verwandte erwiesen sich als wahre Fundgrube, aber auch auf Flohmärkten und in den Second Hand Shops oder Brockenhäusern unserer Regio wurde manch brauchbares Stück entdeckt, wobei das Handeln und Feilschen um den Preis häufig zu einer eigenen Theaterszene wurde. Zum Neupreis für teures Geld gekauft werden mussten vor allem die Materialien für das Bühnenbild, bei dessen Erstellung nicht nur die Männer ihr handwerkliches Geschick bewiesen, auch Eva entpuppte sich als verkapptes Allround Talent.

Besonderen Spaß machte das Anfertigen der "Ahnengalerie" und wir freuen uns nun der Öffentlichkeit die lange verschollenen und von uns endlich wieder aufgespürten Meisterwerke erstmals zugänglich machen zu können, - die oft kopierten, nie erreichten Meisterbilder Rudi da Vincis, Eva Boticellis, Erika Holbein der Jüngeren, Martina Lieberfraus und Volker Slevogts.