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Kabarett-Abend "Frühlings Verlachen"

Presse

aus dem Südkurier vom 30.05.2007

Heiterer Streifzug durch die Welt des Frühlings

"Frühlings Verlachen" im vollbesetzten Schätzles Keller.

© Südkurier
Heiterer Streifzug durch Feld und Flur: Die Akteure des Rheinfelder VHS-Theaters "Querfeldrhein" bei ihrem Kabarettabend "Frühlings Verlachen" in Schätzles Keller.
Foto: Frey

"Veronika, der Lenz ist da", sangen einst schon die Comedian Harmonists. Einmal nicht in Schlager-Nostalgie oder romantisch verklärt, sondern kabarettistisch nahmen sich jetzt sechs Mitglieder der Rheinfelder VHS-Theatergruppe "Querfeldrhein" den Frühling vor. Ihr heiterer Streifzug durch Feld, Flur und Frühlingsgefühle in Liedern, Gedichten und Sketchen sorgte in Schätzles Keller vor vollbesetzten Zuschauerreihen für einen amüsanten literarisch-musikalischen Abend unter dem Motto "Frühlings Verlachen".

Wenn alles blüht und sprießt, wenn sich die Bäume räkeln, die Luft so weich ist wie Daunen, wenn die Liebe Hochsaison hat, die Röcke kürzer werden und der Spargel aufschießt, dann heißt es mit Erich Kästner: "Der Lenz ist da! Die Welt wird frisch gestrichen". Nicht nur so bekannte Satiriker und Humoristen wie Kästner, Heinz Erhardt, Werner Finck oder Tucholsky fanden sich in dieser ironisch-fröhlichen Hommage an die Wonnemonate. Theaterleiter Wolfgang Dreiser hat für das frühlingsbunte Potpourri auch viele unbekannte und zu Unrecht vergessene Dichter und Kabarett-Autoren "ausgegraben".

Die Herren des Ensembles, Wolfgang Dreiser, Manfred Meister und Matthias Lenz, traten in frühlingsfrischen grünen Hemden auf, die Damen Christel Riedel, Valérie Busson und Martina Doering ebenfalls in frühlingshaft duftig-hellem Outfit. Da war schon rein optisch alles auf Frühlingsgefühle eingestellt, und zudem zeigten sich die Akteure glänzend in Rezitations-Laune, wenn sie so mit kabarettistischem Spielwitz, Schwung und Esprit auf der Bühne agierten und sich in den Liedern gut bei Stimme präsentierten.

In den humoristischen Versen wird der holde Lenz mit hintergründigem Witz und Ironie betrachtet. Da hörte man originelle Gedichte des Wiener Humoristen Hans Adler, eine hintersinnige "Mondscheinklage" des jüdischen Autors Franz Hessel, oder eine Frühlings-Betrachtung von Fred Endrikat ohne rosarote Brille: "Der Lenz und der Finanzbescheid sind da". In anderen Nummern wird der Osterhasen-Rummel lustig auf die Schippe genommen, und der Schweizer Autor Fridolin Tschudi, der in seinen heiteren Gedichten die kleinen Sorgen des Alltags nicht allzu ernst nimmt, seufzt über den jährlichen Frühjahrsputz der werten Gattin.

Für Schmunzeln und Erheiterung sorgte auch ein Sketch von Wolfgang Dreiser: "Herr Frühling vor Gericht". Da steht Manfred Meister als blumenbekränzter Herr Lenz wie ein naives, argloses Unschuldslamm vor dem strengen Richter (Wolfgang Dreiser), der ihn als öffentlichen Unruhestifter und Wiederholungstäter beschuldigt. Manfred Meister konnte neben schauspielerischem Talent auch noch seine Qualitäten als Liedermacher einbringen, etwa in seinem "Frühlingsblues", in dem die drei Damen des Ensembles ganz schön verführerisch bes(ch)wingt als Chor-Girls auftraten und in den höchsten Tönen sangen. Yeah!

Auch über die Schmunzelgedichte von Heinz Erhardt ließ sich trefflich lachen, ebenso über den berlinerisch kessen und frechen Ton im "Frühlingslied" von Erich Brehm, dem Gründer des ersten Kabaretts in Ostberlin. Mit Marcellus Schiffer war auch ein bedeutender Chansontexter der Weimarer Republik und der 30er Jahre vertreten. Zum Schluss der vergnüglichen Frühlings-Revue wurde auch noch ein Gedicht von Mascha Kaléko ein bisschen auf Rheinfelden umgedichtet: "Frühling über Rheinfelden..."

Roswitha Frey