Unser Logo

Kabarett-Abend "Oh, frivol ist mir am Abend!"

Presse

aus dem Südkurier vom 18.02.2008

Mehr als ein paar neckische Frivolitäten

RHEINFELDEN. Die VHS-Theatergruppe "Querfeldrhein" begeisterte in Schätzles Keller das Publikum mit ihrem dritten Kabarett-Programm: "Oh, frivol ist mir am Abend "

© Südkurier
"Wahre Liebe": Ein Sketch mit Wolfgang Dreiser und Martina Doering aus dem neuen Kabarettprogramm der VHS-Theatergruppe "Querfeldrhein".
Foto: Frey

Auch bei der kabarettistischen Spritztour der VHS-Theatergruppe "Querfeldrhein" im ausverkauften Schätzles Keller drehte sich am Valentinstag alles nur um das Eine: die Liebe und ein paar neckische Frivolitäten. "Oh, frivol ist mir am Abend" nennt die muntere Gruppe um Wolfgang Dreiser ihr jüngstes und drittes Kabarett-Programm, das genauso vergnüglich, humorvoll und frech- geriet wie die vorigen Auftritte mit "Frühlingsverlachen" und "Herbstzeitchose". Rote Herzen schmücken die Bühne. Die Damen des Ensembles, Valérie Busson, Martina Doering, Christel Riedel und Sabine Tomczak, haben sich in elegante schwarze Kleider mit Schlitz und Dekollete geworfen, die Herren Wolfgang Dreiser und Matthias Lentz tragen feine Anzüge und die Akkordeonistin Sigrid Blümel begleitet die Akteure beschwingt und stimmungsvoll auf ihrem Streifzug durch die Gefilde der Liebe. Man hört viele Texte von Kästner und Tucholsky, diesen beiden hinreißenden Humoristen und Satirikern, die ironisch über Liebe und Triebe, Lust und Frust, Freuden und Leiden der Ehe gespottet haben. Wie heißt es doch in Tucholskys "Danach" illusionslos: "Die Ehe war zum jrößten Teile vabrühte Milch und Langeweile..."

Mit Witz, Charme und Augenzwinkern servieren die "Querfeldrhein"-Akteure all die Lieder, Kabarettnummern und Sketche in dieser amüsanten Revue. Da geht es um Eva und den Sündenfall, um verbotene Früchte, um Ehemänner, Liebes- und Eheleben, Ehekräche und natürlich um die Erotik. "Mein Mann schläft immer gleich ein", lautet das Lamento einer frustrierten Ehefrau und in einem bissig-ironischen Sketch von Keiser gehen die Damen mit der Männerwelt, mit dem "maskulinen Nix" hart ins Gericht. "Baut ihn um, den Mann", fordern sie, "oder schafft ihn ab!". Entlarvend auch die Szene aus der "Gattinnenschule" von 1955, in der jungen Damen eingetrichtert wird, wie sie reizende, brave Ehefrau werden.

Mit Verve und rauchiger Stimme verwandelt sich Christel Riedel in Chansons mal in eine verruchte Femme fatale mit Zigarettenspitze wie in Hugo Wieners "Der Nowak", mal in ein Frauenzimmer mit Berliner Schnauze oder in eine feine Dame, die gern unanständig wäre. Auch die blonde Martina Doering macht als Diseuse in Tucholskys "Das Leibregiment" eine gute Figur und Valérie Busson bezirzt die Zuschauer in einer Kästner-Nummer als schönes Fräulein, das nicht nur wie eine Statue angesehen werden will. Klasse auch, wie sie mit französischem Akzent "die Erschöpfung von die Weib" erzählt.

Die beiden Darstellerinnen begeistern steppend im Sekretärinnen-Outfit, während Wolfgang Dreiser mit komödiantischem Temperament als Professor für Sexualkunde die "explosive Anziehungskraft" zwischen Mann und Frau herrlich umständlich erläutert. Es macht Spaß, dem Ensemble auf seiner Tour d'Amour zu folgen, bis hin zu den lustig gereimten, mit erotischen Anspielungen gespickten "Frivolericks" aus Rheinfelden und Ortsteilen. Weil es so gut ankam, wiederholt die Gruppe ihr Programm.

Roswitha Frey

"Oh, frivol ist mir am Abend" am nächsten Donnerstag, 21. Februar, 20.15 Uhr, in Schätzles Keller.




aus dem Südkurier vom 25.08.2008

Vom Sündenfall bis zum erotischen Knistern


© Südkurier
Liebe ist Erfüllung, Last und Medizin.....so das Credo des VHS-Ensembles Querfeldrhein beim Auftritt bei den "Brückensensationen".
Foto: Vollmar

Mit einer vor Witz, Charme und Häme gespickten Spritztour durch die Gefilde der Liebe, der Ehe, der Lust, Leidenschaft und der Besonderheiten der Geschlechterrollen begeisterte am späten Samstagabend die Theatergruppe " Querfeldrhein" der VHS Rheinfelden ihre Gäste mit dem Programm "Oh, frivol ist mir am Abend" auf dem Inseli in Rheinfelden-Schweiz. Die Veranstaltung fand im Rahmen des Straßentheaterfestivals statt und zog zur nächtlichen Stunde nahezu einhundert Besucher an, die sich vom pikanten Programm in den Bann ziehen ließen. So mit zahlreichen Liedern, Gedichten und Sketchen, die vom Sündenfall bis hin zum erotischen Knistern in der Liebe und dem nachlassenden Verlangen zwischen Ehepartnern so ziemlich alles skizzierten, was man unter dem Stichwort Frivolität unterordnen kann.

Ganz schlecht weg kam bei der Damenpräsenz in der Theatergruppe Querfeldrhein der Mann, der als "Beamter der Liebe" genauso tituliert wurde wie als "deutscher Mann", was schließlich genüge. Keinen ganz einfachen Stand hatten derweil die Akteure auf der Bühne, Wolfgang Dreiser, der als Regisseur einmal mehr brillante Arbeit geleistet hatte und Matthias Lenz. Sie versuchten auf ihre Weise die Dominanz des Weibes mit all ihrer Rechthaberei ins rechte Licht zu rücken. "Du bist so himmlisch dämlich" ließ dann auch Wolfgang Dreiser gegenüber Martina Doering verlauten, während er ihr voller Charme seinen Respekt und seine Liebe beweist.

Matthias Lenz verglich indes das Beschäftigen des Mannes mit dem Kopf als "Denken", während er bei den Frauen die Beschäftigung mit dem Kopf als pures "Frisieren" abtat. "Die Ehe war zum größten Teil verbrühte Milch und Langeweile", so das Credo der Herren der Schöpfung, die aber ohne das vertraute Weib keinesfalls alt werden wollten. Liebe sei zwar Erfüllung, Last und Medizin, so die Männer, während die Frauen erst auf den dritten Mann setzten, mit dem man notdürftig zufrieden sein könne.

Letztendlich siegte trotz Animositäten der Verstand, denn ganz ohne das andere Geschlecht wollte keiner durchs Leben gehen, eine Bilanz, die auch dem Publikum gefiel und für lang anhaltenden Beifall auf dem Inseli sorgte.

Heinz Vollmar




aus dem Südkurier vom 02.10.2008

Von Liebe, Lust und Ehefrust

Frivoles und Sinniges von der VHS-Theatergruppe "Querfeldein" im Litschgi-Keller

© Südkurier
Die "Sekretärinnen" der VHS-Theatergruppe "Querfeldein" ließen die imaginären Schreibmaschinen ordentlich klappern.
Foto: HANS JÜRGEN KUGLER

BAD KROZINGEN. Ja, ja, die Zweisamkeit: Genaugenommen fing der Ärger zwischen Mann und Frau ja schon im Paradies wegen eines schlichten Apfels an. "So gekomme Malheur auf die Welt" , stellte "Querfeldein" , eine siebenköpfige VHS-Theatergruppe aus Rheinfelden, in ihrem Programm "oh frivol ist mir am Abend" treffend fest.

Das Siebengestirn Valérie Busson, Martina Doering, Christel Riedel, Sabine Tomczak, Wolfgang Dreiser, Matthias Lentz und Sigrid Blümel am Akkordeon stellte im gut gefüllten und gut beheizten Litschgi-Keller so ziemlich alle Facetten der Beziehungskiste vor, sei's mit Witzen, Sketchen, Gedichten oder Chansons. Aufschlussreich war die ganze Sache schon alleine durch die Auswahl des Programms; schließlich hatten schon Erich Kästner oder Kurt Tucholsky einiges zu diesem Thema zu sagen.

Und was die Herrschaften aus Rheinfelden, herausgeputzt in eleganter Abendgarderobe, so alles zu erzählen hatten - sei's von Männern, die ihre Ehefrau mit "liebes Kind" titulieren oder von Liebeserklärungen beim Sonnenuntergang - war echt hörens- und sehenswert. Denn "Querfeldein" verfügt nicht nur über schauspielerisches Talent - nein, die Mitglieder können auch noch singen. Und beim Nowak (Wiener), der seine Frau nicht verkommen lässt, sang auch das Publikum gut gelaunt den Refrain mit. Vamps und Freudenmädchen, Mädchen auf Männersuche, Herren im Liebeswahn und Paare, die ihren Nachwuchs ins Jenseits befördern - so was kommt gut an, vor allem, wenn's die Protagonisten wie in diesem Fall verstehen, dieses schier unerschöpfliche Thema pfiffig und intelligent rüberzubringen. Die Truppe hatte auch Antworten auf Fragen parat, die uns schon lange bewegen: Warum hat Gott die Frau so schön gemacht - damit der Mann sie liebt. Und warum hat er dann die Frau so doof gemacht? Damit sie ihn liebt. Na, wenn das nicht ausgewogen ist.

Zum Schluss gab's noch eine Steppeinlage fleißiger Sekretärinnen, bevor die Besucher - egal, ob liiert oder nicht - den vergnüglichen Abend mit viel Beifall beendeten.

Ute Wehrle