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Die spanische Fliege

Presse

aus der Badischen Zeitung vom 13.05.2015

Frischzellenkur tut dem populären Schwank gut

Theatergruppe Querfeldrhein spielt "Die spanische Fliege".

© Badischen Zeitung
Ein reizender Hingucker: Paula (Barbara Fleck) und Wally (Susanne Ammann) Foto: Roswitha Frey
Foto: Roswitha Frey

RHEINFELDEN. Eine pikante Affäre, heimliche Techtelmechtel und viel Geheimniskrämerei: Turbulent und vergnüglich geht es zu auf der Bühne des Bürgersaals, wo die VHS-Theatergruppe "Querfeldrhein" mit der populären Komödie "Die spanische Fliege" Premiere feierte. Mit diesem Dauerbrenner von Franz Arnold und Ernst Bach ist dem Ensemble ein heiterer Theater-Spaß gelungen, über den sich das Publikum köstlich amüsiert.

Regisseur Wolfgang Dreiser und seine in bester Komödienlaune aufspielenden Akteure haben dem populären Schwank von 1912 eine Frischzellenkur verpasst. Sprachlich aufgepeppt, mit flotten Sprüchen, viel Situationskomik und Dialogwitz kommt diese Verwechslungskomödie daher. Gänzlich unverstaubt, frisch und frech, mit Humor und Esprit gespielt, kann Dreisers Inszenierung auch kräftig mit Lokalkolorit punkten. Die Geschichte um den Senffabrikanten Ludwig Klimke, der einen amourösen Fehltritt vor seiner sittenstrengen Gattin verheimlichen will, ist in die 60er Jahre und an den Schauplatz Rheinfelden verlegt. Die Anspielungen auf hiesige Örtlichkeiten, wie das Inseli oder einheimische Geschäfte, sind geschickt ins Stück eingebaut und bringen zusätzliche Pointen.

Das Bühnenbild zeigt die stilvolle Wohnung des Fabrikanten, mit Sofa und nostalgischem Mobiliar. Doch mit dem trauten Familienfrieden ist es bald vorbei. Denn Hausherr Klimke hat nicht nur Ärger im Geschäft, sondern muss auch eine brisante Akte verstecken. Was für ein Skandal, wenn herauskäme, dass er vor 25 Jahren eine Affäre mit einer Tänzerin hatte und heimlich Alimente für einen Sohn zahlt! Hans Krusche läuft in der Rolle des angesehenen Fabrikanten, der in die Bredouille gerät, darstellerisch zu großer Form auf. Aufgebracht ärgert er sich über die Sittlichkeitsapostel und versucht mit allen Tricks, die "heiße Akte" verschwinden zu lassen. Sabine Tomczak gibt köstlich pikiert und empört die moralstrenge, auf Sittlichkeit und Anstand erpichte Gattin Emilie, die die Familie unter der Fuchtel hat und sich wie Miss Marple überall einmischt.

Tochter Paula hat heimlich mit einem Rechtsanwalt angebändelt, der angeblich ein Lotterleben führt. Dabei hat die sittenstrenge Frau Mama schon einen anderen Heiratskandidaten für sie ausgesucht. Keck und kess im rot-weißen Pünktchenkleid, im Stil der Sechziger ausstaffiert und nicht auf den Mund gefallen, gibt Barbara Fleck die aufmüpfige, schwärmerisch verliebte Paula. Sie schwärmt für ihren "lieben süßen Fritz", den draufgängerischen Anwalt, und will nichts von dem "Weichei" wissen, mit dem ihre Mama sie verkuppeln will.

Sympathisch und reizend agiert Susanne Ammann, ebenfalls im gepunkteten 60er-Jahre-Kleid, als Cousine Wally. Die beiden jungen Damen sind ein attraktiver Hingucker, wenn sie auf dem Sofa hocken, tuscheln und sehnsüchtig auf ihre Verehrer warten. Stürmisch und selbstbewusst, ganz der schneidige Draufgänger, Erfolgstyp und Frauenheld, so erobert Wolfgang Dietrich als Rechtsanwalt Gerlach das Herz seiner Paula. Für witzige Szenen sorgt Carmine Melino als unbeholfener schüchterner Verehrer Heinrich, der sich beim Treffen mit seiner angebeteten Wally so ungeschickt anstellt. Da muss ihm der flotte Fritz erst Nachhilfeunterricht geben, wie man eine junge Dame erobert. Für Lacher sorgt der schräge Heinrich auch, weil er fälschlicherweise für den unehelichen Sohn gehalten wird: "Freu dich Papa, nun bin ich da!"

Die Zuschauer haben ihren Spaß an den Verwicklungen und Schwindeleien. Irgendwann gibt es gleich drei angebliche Väter, die für ihre Jugendsünden "gezahlt" haben. Die ehrenwerten Herrschaften der Gesellschaft sind in dieser Kleinbürger-Posse sehr gut besetzt. Rüdiger Fleck als Abgeordneter Burwig gibt überzeugend den strengen Moralwächter, der wortreich vor einem Sumpf von Unmoral und Liederlichkeit warnt. Mit komödiantischem Spielwitz gefallen Manfred Meister als Alois, der auch eine heimliche Liebschaft zu verbergen hat, und Matthias Lentz als Freund des Hauses, der in die Schwindeleien und Vertuschungsaktionen verwickelt wird. Als noch Thomas Wolf als vornehmer Regierungsrat Ramseier und Marianne Grundler als seine elegante Gattin auftauchen, ist das lustige Verwirrspiel perfekt. Nicht zu vergessen Maria Lo Voi, die als Haushälterin italienischen Charme und Temperament versprüht. Nach zwei kurzweiligen Theaterstunden voller Pep und Humor freuen sich alle über das Happy End mit glücklichen Paaren.

Info: Weitere Aufführungen am 14., 15. und 16. Mai, 20 Uhr. Vorverkauf VHS, Buchhandlungen Merkel und Schätzle




aus dem Südkurier vom 29.04.2015

"QUERFELRHEIN GARANTIERT LACHER"

Theatergruppe der VHS probt für Lustspiel "Die spanische Fliege". Sechs Vorstellungen stehen im Bürgersaal auf dem Programm

© Südkurier
Heiter verlaufen die Proben der Theatergruppe Querfeldrhein für "Die spanische Fliege", hier eine Szene mit Susanne Ammann, Wolfgang Dietrich und Barbara Fleck Foto: Roswitha Frey
Foto: Roswitha Frey

Einen populären Schwank hat sich die VHS-Theatergruppe "Querfeldrhein" als neuestes Stück ausgesucht:. "Die spanische Fliege" von Franz Arnold und Ernst Bach ist eine vergnügliche Verwechslungskomödie, die zu den beliebtesten Unterhaltungsstücken gehört. "Wir wollten wieder etwas Lustiges machen", sagt Regisseur Wolfgang Dreiser, der mit seinem Ensemble intensiv an diesem Lustspiel probt. Schließlich sollen bei der Premiere am 8. Mai im Rheinfelder Bürgersaal die Pointen gut sitzen.

Nachdem zuletzt Thomas Schmidt, der bei Querfeldrhein für die ernsteren Stücke zuständig ist, das antike Intrigenstück "Lysistrata" inszeniert hatte, sollte es nun eine heitere Posse sein. Die Wahl fiel auf "Die Spanische Fliege", die ähnlich bekannt ist wie Charleys Tante. "So ein populäres Stück müsste eigentlich gut ziehen", hofft Dreiser, "wir wollen mal schauen, ob wir genauso viel Publikum kriegen wie das Häbse-Theater". Die Lacher sind jedenfalls garantiert bei diesem Verwirrspiel um den Senffabrikanten Ludwig Klinke, der in jungen Jahren eine Affäre mit einer leichtlebigen Varietétänzerin hatte. Der Fehltritt blieb nicht ohne Folgen und so zahlt der Fabrikant Alimente für den unehelichen Sprössling. Die sittenstrenge Gattin darf von der verhängnisvollen Liaison nichts wissen.

Derweil bändelt Fabrikantentochter Paula hinter dem Rücken der Eltern mit dem Anwalt Gerlach an, der angeblich einen liederlichen Lebenswandel führt. Die auf Moral und Anstand bedachte Frau Mama will das Töchterchen aber mit dem Sohn eines Regierungsrats verheiraten. Als der schüchterne junge Mann vor der Tür steht, hält ihn der Senffabrikant fälschlicherweise für seinen verheimlichten unehelichen Sohn. Schon sind die turbulentesten Verwicklungen, Heimlichtuereien und Missverständnisse im Gange.

Für seine Inszenierung hat Wolfgang Dreiser die Komödie, die köstlich die verlogene Doppelmoral der kleinstädtischen Gesellschaft entlarvt, bearbeitet und mit Lokalkolorit angereichert. Er hat das 1912 uraufgeführte Stück in die 1960er Jahre verlegt. Auch die Kostüme und das Bühnenbild sind im Stil der Sechziger gehalten. Außerdem hat Dreiser den Schwank am Schauplatz Rheinfelden angesiedelt. Fabrikantenfamilie Klinke ist nun in Rheinfelden zu Hause, und es gibt Anspielungen auf hiesige Geschäfte wie Bohn oder die Buchhandlung Schätzle, und auf Orte wie das Inseli, wo sich Paula heimlich mit ihrem Verehrer trifft.

Mitte April hat die heiße Probenphase begonnen. Schon bei einem Probenbesuch ist es umwerfend komisch mitzuerleben, wie sich die Damen und Herren als Tugendwächter und Sittlichkeitsapostel aufspielen und gegen einen Sumpf von Laster und Verworfenheit angehen wollen. Mit "Tempo und Schmackes" sollen die Akteure bei der Sache sein, wünscht sich Regisseur Dreiser. "Wir machen das nicht im Slapstick-Stil. Das Stück ist so lustig, das muss man nicht extra aufpeppen, das hat so viel Situationskomik und wunderschöne Überraschungen."

Premiere im Rheinfelder Bürgersaal ist am 8. Mai, 20 Uhr, weitere Vorstellungen sind am 9., 10., 14., 15. und 16. Mai, 20 Uhr, am Sonntag 19.15 Uhr; Vorverkauf bei der VHS.