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Lokales Bündnis für Familie

Presse

aus der Badischen Zeitung vom 06.06.2016

Punkten mit Familienfreundlichkeit

Der kleine Festakt zum zehnjährigen Bestehen des lokalen Bündnisses für Familie gab den Partnerunternehmen auch neue Impulse.

© Badischen Zeitung
Den Unternehmenstalk moderierte Christoph Dürdoth, Rede und Antwort standen unter anderem Peter Osypka (Osypka Medizintechnik), Stefanie Dorsch (Umicore) und Peter Dettelmann (Evonic). Foto: Verena Pichler
Foto: Verena Pichler

RHEINFELDEN. Zehn Jahre lokales Bündnis für Familie - dieses Jubiläum wurde am Sonntag im Jugendhaus und auf dem Tutti-Kiesi-Gelände wie ein großes Familienfest gefeiert. Erst gab es Reden und Glückwunsche, Häppchen und Sekt, dann unterhielt sich die ganze "Familie" Rheinfelden bei Spiel und Spaß mit verschiedenen Aktionen.

Typisch für eine Familienfeier fehlten auch kleine Seitenhiebe und Witzeleien nicht. Am Sonntag waren dafür Mitglieder der Theatergruppe Querfeldrhein zuständig. Echte Familienfreundlichkeit würde sich in Rheinfelden doch erst dann zeigen, wenn es in der Stadt zum Beispiel Pampers-Automaten und für Skateboard fahrende Kinder grellbunte Fahrbahnmarkierungen gebe, unkte die Truppe in einem Sketch. Zwar waren die Wünsche überspitzt, brachten aber das Spannungsfeld zwischen Forderungen der Arbeitnehmer und Grenzen der Unternehmen und Verwaltung ans Licht.

Ein Grund zur Freude Für Oberbürgermeister Klaus Eberhardt war die Gründung des Bündnisses im Jahr 2006 ein Meilenstein in der familienfreundlichen Stadtentwicklung. Die Zielsetzung, die damals unter der Schirmherrschaft von OB Eberhard Niethammer - unter den geladenen Gästen - formuliert worden war, sei heute genauso aktuell: Familie und Beruf unter einen Hut zu bekommen. Kontinuierlich hätten die Partner des Bündnisses miteinander daran gearbeitet. Der OB hob das Tigermodell und die Krippenoffensive hervor, aber auch das soziale Engagement der Partner, etwa die alljährlich stattfindende Weihnachtsaktion für den Tafelladen. "Auch in Zukunft werden die Themen im Bündnis nicht ausgehen", war sich Eberhardt sicher. Als große Herausforderung aber auch Chance sieht er das Feld ältere Arbeitnehmer und die Integration von Flüchtlingen.

Der Schüler Luka Kempf las ein Grußwort von Caren Marks, Parlamentarische Staatssekretärin im Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend vor: "Sie in Rheinfelden nehmen die Idee ernst, dass Familienfreundlichkeit neben der Kommune, der Zivilgesellschaft und der engagierten Familie auch die Wirtschaft einbinden muss."

Eine große Herausforderung Wie Führungskräfte das Thema Familienfreundlichkeit für die Unternehmen nutzen und so auch dem Fachkräftemangel vorbeugen können, erläuterte Oliver Schmitz von der Service GmbH berufundfamilie. Er selbst gehöre der Generation Babyboomer an, wie viele Führungskräfte. "Wir sind es gewohnt zu konkurrieren und uns zu zeigen, weil es so viele von uns gibt", so Schmitz der auch einen Lehrauftrag an der Dualen Hochschule in Lörrach inne hat. Jüngere Mitarbeiter gebe es hingegen weniger, weshalb eher die Unternehmen um die Kräfte konkurrierten und die Mitarbeiter weitaus höhere Forderungen stellten. Schmitz riet den versammelten Unternehmensvertretern, die Lebensphasen ihrer Mitarbeiter zu berücksichtigen. "Wenn Sie einen Mitarbeiter gut durch die Phase nach der Elternzeit begleiten, wird er danach umso motivierter arbeiten."

Daneben gelte es auch zu betrachten, welchen Lebensstil die Mitarbeiter pflegen. "Für wen steht Karriere an erster Stelle, für wen Familie?" Eine Studie mit vier Unternehmen aus verschiedenen Branchen habe gezeigt, dass nur rund 20 Prozent der Mitarbeiter karrieregeprägt seien, sich aber fast 70 Prozent einen Ausgleich zwischen Familie und Beruf wünschen. "Wenn Sie auf deren Bedürfnisse nicht eingehen, verlieren Sie sie", so Schmitz' Appell.

Im Anschluss konnten die Unternehmensvertreter in einer Talkrunde, moderiert von Christoph Dürdoth, erklären, wie es um die Familienfreundlichkeit in ihren Firmen bestellt ist. Danach begann das Fest, über dessen Verlauf die BZ in der morgigen Ausgabe berichtet.