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Ein ungleiches Paar

Presse

aus dem Südkurier vom 20.01.2003

Absoluter Volltreffer in Sachen Humor

Theatergruppe "Querfeldrhein" überzeugt bei der Premiere mit "Ein ungleiches Paar"

© Südkurier
Viel zu lachen gab es bei der Premiere der Komödie "Ein ungleiches Paar" im Pfarreizentrum St. Josef. Mit diesem amüsanten Boulevardstück von Neil Simon hat die Theatergruppe "Querfeldrhein" der VHS Rheinfelden unter der Regie von Wolfgang Dreiser einen Volltreffer in Sachen Humor gelandet.
Foto: Frey

Rheinfelden (ros) Das Publikum jedenfalls unterhielt sich bestens über dieses munter inszenierte und flott gespielte Frauenstück, in dem die Männer ausnahmsweise mal die Nebenrollen spielen...

Im Mittelpunkt der turbulenten Komödie stehen zwei Freundinnen, die so verschieden sind wie Hund und Katze: Da ist einmal Olive, ein bisschen schlampig und chaotisch. Der pure Gegensatz dazu ist Florence mit ihrem krankhaften Putz- und Ordnungsfimmel. So richtig in Fahrt kommt das Stück, als Hausmütterchen Florence von ihrem Mann verlassen wird, bei Olive einzieht und sich mit dank ihrem Aufräumtick zur echten Nervensäge entwickelt.

Im züchtigen Gouvernantenlook, mit Schürze und Schöpfkelle bewaffnet, spielt Eva Mendel sehr überzeugend die ewig jammernde, putz- und kochwütige Zicke Florence samt ihren hypochondrischen Anfällen. Herrlich ihr wehleidiger Gesichtsausdruck, wenns mal wieder im Kreuz oder im Nacken zwackt! Auch Martina Rauscher gefällt in der Rolle der Olive. Mit Temperament, lebhaft und schlagfertig spielt sie diese patente, resolute, lebenslustige Person mit flotten Sprüchen, großer Klappe, großem Herzen und einer Schwäche: Männer! Es ist lustig mit anzusehen, wie die pedantische Hausfrau und Superköchin das Leben ihrer Wohngenossin gehörig umkrempelt und mit ihrem Sauberkeitswahn sämtliche Freundinnen auf die Palme bringt.

Brigitte Licini, Erika Hinzmann, Marianne Grundler und Erika Hansmann geben eine höchst muntere Mädels-Runde ab, die sich einmal wöchentlich bei Olive zum Spiele- und Rätsel-Abend trifft und dabei auch gern mal über Ex-Männer, Liebhaber und Sex tratscht und klatscht. Denn ganz ohne Männer geht es auch in diesem vergnüglichen Boulevardtheater nicht!

Einen köstlich komischen Auftritt haben Rudi Oberscheidt und Markus Seiser als spanische Brüder Manolo und Jesus. Als geschniegelte Kavaliere tauchen die beiden Herzensbrecher auf, mit Rosen in der Hand, herrlich radebrechend und mit anzüglichen Blicken. Dass die gute Florence mit ihrem vertrockneten Truthahn und ihrem Katzenjammer das Rendezvous schließlich vermasselt, war ja abzusehen und gehört zu den witzigsten Szenen des Stücks.

Überhaupt hat "Ein ungleiches Paar" jede Menge Situationskomik und Dialogwitz zu bieten, und Regisseur Wolfgang Dreiser nutzt das Humorpotential dieses bühnenwirksamen Stoffes auch weidlich aus. Seine Inszenierung hat komödiantischen Schwung und Pfiff. Viel Beachtung fanden auch die schauspielerischen Leistungen im sichtlich gut gelaunten Ensemble. Weitere Vorstellungen am 24. und 25. Januar, 20 Uhr.

Roswitha Frey


aus dem Oberbadischen Volksblatt vom 17.01.2003

Frivoler Wortwitz - köstliche Spielfreude

Theatergruppe Querfeldrhein debütiert erfolgreich mit Neil Simons Boulevardkomödie "Ein ungleiches Paar"

© Oberbadischen Volksblatt
Chaotisches Frauen-Sextett: Mickey (Erika Hinzmann), Sylvie (Brigitte Licini), Vera (Erika Hansmann), Renee (Marianne Grundler), Florence (Eva Mendel) und Olive (Martina Rauscher).
Foto: Petra Müller

Rheinfelden. Mit ihrer ersten öffentlich aufgeführten Produktion "Ein ungleiches Paar" bescherte die Theatergruppe Querfeldrhein dem Publikum am Samstag einen überaus vergnüglichen Premierenabend.

Die Story der Boulevardkomödie von Neil Simon ist bekannt aus dem Film "Sonny Boys" mit Walter Matthau und Jack Lemmon. Weil nun aber der VHS-Theater-Workshop, aus dem die Gruppe Querfeldrhein hervorging, stark weiblich dominiert war, wurden kurzerhand Geschlechterrollen vertauscht. Aus dem Poker spielenden Herren-Klub wird ein Kreis von sechs Frauen, die sich wöchentlich treffen, um Trivial Pursuit zu spielen und auf die gar nicht immer feine Art über ihre Ex- und Noch-Männer abzulästern.

Fünf Frauen sind schon versammelt bei der Sportjournalistin Olive, deren Wohnung einer Gerümpelkammer nicht unähnlich ist. Sie machen sich Sorgen um Florence, die sechste im Bunde, von der sie wissen, dass ihr Mann sich nach 14 Ehejahren von ihr getrennt hat.

Endlich trifft sie ein, lang, dürr, mit den Nerven am Ende, verheult, und wird von ihren Freundinnen mit Aspirin, Brandy und einem Schal wieder hochgepäppelt. Genial, wie Eva Mendel die hypochondrische, verklemmte Zicke und Putzdüse auf die Bühne bringt! Ebenso köstlich, wie Martina Rauscher ihren Widerpart, die robuste, verschlampte, aber gutherzige Olive mimt.

Olive nimmt die verlassene Florence in ihrer Wohnung auf. Damit nimmt das Unheil seinen Lauf, denn gegensätzlicher können zwei Menschen nicht sein. Als Florence auch noch einen von Olive sorgfältig eingefädelten amourösen Abend mit den beiden knackigen Spaniern aus der Nachbarwohnung verpatzt, da ist die K. am Dampfen.

Neil Simons frivoler Wortwitz und die temperamentvolle Spielfreude der Akteur/innen sorgten für einen erfrischenden Abend. Regisseur Wolfgang Dreiser ist es einmal mehr gelungen, aus debütierenden Laiendarstellern unbeschwert und sicher agierende Schauspielerinnen und Schauspieler zu machen, nebst den schon genannten: Brigitte Licini (Silvie), Erika Hinzmann (Mickey), Marianne Grundler (Renee), Erika Hansmann (Vera), Rudi Oberscheidt (Manolo Costazuela), Markus Seiser (Jesus Costazuela). Weitere Aufführungstermine: Freitag und Samstag, 24. und 25. Januar, jeweils 20 Uhr im Gemeindezentrum St.Josef, Friedrichstraße 32.

Jörg Bertsch