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Ein ungleiches Paar

Ein ungleiches Paar

Neil Simon gilt in den USA als einer der erfolgreichsten Bühnen-Autoren, von der amerikanischen Kritik "amerikanischer Molière" gefeiert, als der "Napoleon des Boulevardtheaters". Viele seiner Komödien wurden mit bekannten Stars erfolgreich verfilmt. Kinogänger erinnern sich sicherlich mit Vergnügen an die Verfilmung von "The Sunshine Boys" (deutscher Titel "Sonny Boys") mit Walther Matthau und Jack Lemmon aus dem Jahr 1975 und Theaterliebhaber haben vielleicht die Bühnenfassung gesehen, mit der Dieter Hildebrand und Werner Schneyder erst kürzlich erfolgreich über die Bühnen unseres Landes zogen.

Für sein Stück "The Odd Couple" (deutscher Titel "Ein seltsames Paar), 1965 in New York uraufgeführt, erhielt Neil Simon noch im gleichen Jahr seinen ersten Tony Award. Dieses seltsame Paar war zunächst für eine Männerbesetzung geschrieben: sechs befreundete Männer treffen sich wöchentlich zu ihrer Pokerrunde. Alle haben Probleme mit dem anderen Geschlecht. Das läßt sich selbstverständlich auch umkehren und so entstand eine "weibliche" Version mit gleichem Titel.

Jetzt treffen sich 6 Frauen und statt zu pokern spielen sie Trivial Pursuit. Natürlich haben auch sie Probleme, allerdings mit Männern. Besonders Florence trifft es hart: nach vierzehn Ehejahren wird sie von ihrem Ehemann Sidney verlassen. Olive, Sportjournalistin und Schlampe aus Leidenschaft, nimmt die verzweifelte Florence bei sich auf und Florence, 150%ige Hausfrau, beginnt sofort Ordnung zu schaffen. Während der einen die Einrichtung völlig schnuppe ist, will die andere das Appartement in ein Schmuckstück verwandeln. Olive hält undefinierbare grüne oder braune Sandwiches und Chips aus der Steinzeit für das Höchstmass an kulinarischer Raffinesse, während Florence sich für weniger als warme russische Blinis mit Kaviar oder Krabbensalat mit Currysauce und Dill auf dänischem Roggenbrot gar nicht erst in die Küche begibt. Olive säuft, flucht und lutscht Lollies, um sich das Rauchen abzugewöhnen. Florence putzt, weint, jammert und hat regelmäßig hypochondrische Anfälle. Kann das gut gehen?

Binnen zwei Wochen fühlt sich Olive völlig fremd in ihrer nun hyperhygienischen und mustergültig ordentlichen Behausung, in der sie nicht einmal mehr schmutzige Träume haben kann, weil Florence gleich kommt und sie saubermacht. Auch die Freundinnen fühlen sich eher unbehaglich und flüchten. So nimmt die Katastrophe ihren Lauf.

In der Pause verwöhnen wir Sie gern mit grünen und braunen Sandwiches. Russische Blinis, Kaviar, oder Krabbensalat auf dänischem Roggenbrot können wir uns leider nicht leisten!