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Die Dienstmädchen

Presse

aus der Oberbadischen vom 20.03.2018

Nur Ärger mit dem Personal

Nichts als Ärger mit dem Personal! Diesen Dienstboten ist alles zuzutrauen. Der Beruf der Dienstmädchen ist es, die Herrschaft zu rupfen und auszunehmen, meint Komödiendichter Carlo Goldoni. Die Hausmädchen wollen sich an ihrem freien Tag beim Karneval in Venedig ins Vergnügen des Korso stürzen. Sie haben es satt, die Demütigungen ihrer Gnädigsten und die anzüglichen Belästigungen der Herren. So werden sie bei der Maskerade zu wahren Amazonen: "Nieder mit der Ausbeutung!"

© Oberbadischen
Turbulent und maskiert geht es zu in der neuen Komödie der Theatergruppe "Querfeldrhein", die im Karneval in Venedig spielt.
Foto: Jürgen Scharf

Von Jürgen Scharf

Rheinfelden. Dass Goldonis Komödie "Die Dienstmädchen" ("Le Massere") gesellschaftskritisch ist, aber auch poetisch und surreal, das zeigt die Inszenierung der Theatergruppe "Querfeldrhein" auf der Bühne des Campus in Rheinfelden. Die Figuren bewegen sich teils in Kostümen aus der Szene der Commedia dell'Arte, anderseits tragen die Damen prächtige Kleider mit Reifröcken - ein wahrer Kostümrausch. Das Bühnenbild ist schlicht gehalten und funktional.

Was sind sie nicht alles, diese Hausmädchen, in den Augen ihrer Herrschaften: Zimmermädchen, Gesellschafterin, Zofe, Krankenschwester, Dienstmagd, Dienstbote, sogar fast eine heilige Madonna. Für diese Komödie mit ihrer lokalen venezianischen Eigenart, in der sich Rede und Gegenrede abwechseln, hat Regisseur und Theaterleiter Wolfgang Dreiser geeignete Neuformulierungen und Anpassungen ans Heute geschaffen, kräftig den Staub aus dem Stück geklopft, Text und die ohnehin schwache Handlung modernisiert sowie den moralisch nicht mehr zeitgemäßen Schluss umgeändert. Bei ihm kriechen die Titelheldinnen nicht mehr zu Kreuze und zeigen keine Reue, sondern sind kämpferisch mit geballter Frauenpower und solidarisieren sich gewerkschaftlich.

Die Inszenierung ist turbulent, komödiantisch und unterhaltsam. Das Publikum schaut gerne zu, wie die Dienstmädchen, allen voran die aufmüpfige Zanetta (Barbara Fleck),die bei der resoluten Signora Dorotea (Martina Rauscher) angestellt ist, nicht nur in den Sog des Karnevals auf Straßen und Plätzen der Lagunenstadt gezogen werden, sondern sich auch von ihren launischen Arbeitgebern emanzipieren.

So frech und gewieft wie sie sind, wissen sie sich das nötige Kleingeld zu beschaffen und zwei Tattergreise (Matthias Lentz und Rudi Oberscheidt) gehörig an die Nase herumzuführen.

Nach dem Motto "Dienstboten aller Länder vereinigt euch" heißt es zum guten Ende: "Es steht im Haushalt alles still, wenn unser starker Arm es will!"




aus dem Südkurier vom 15.03.2018

Rheinfelder VHS-Theatergruppe führt "Die Dienstmädchen" von Carlo Goldoni im Campus auf

Die Rheinfelder VHS-Theatergruppe spielt erstmals im Campus die Komödie "Die Dienstmädchen" von Carlo Goldoni, die in der Zeit des Karnevals in Venedig spielt. verspricht ein Feuerwekr an guter Laune und Unterhaltung. Premiere des Stücks ist heute, Freitag, im Campus.

© Südkurier
Prächtige Kostüme gibt's bei "Die Dienstmädchen" zu sehen.
Foto: Roswitha Frey

Trubel, Spaß und heitere Verwicklungen verspricht das neue Stück der VHS-Theatergruppe Querfeldrhein. Aufgeführt wird die Komödie "Die Dienstmädchen" von Carlo Goldoni, die in der Zeit des Karnevals in Venedig spielt. Premiere des vergnüglichen Stücks in Regie von Wolfgang Dreiser ist heute, Freitag, im Campus.

Das Stück des italienischen Komödienautors hat Dreiser gereizt, weil er den Humor und Witz von Goldoni sehr schätzt. In diesem Lustspiel von 1755 steht einmal nicht die vornehme Gesellschaft im Mittelpunkt, sondern das einfache Volk, verkörpert durch die Dienstmädchen. Es war eine typisch venezianische Gepflogenheit, dass die Dienstboten von ihren Herrschaften zum Karneval einen Tag frei bekamen. Da die Dienstmädchen in dem Stück aber kein Geld haben, um sich an ihrem freien Tag zu amüsieren, müssen sie sich alles Mögliche einfallen lassen.

Die gewitzte Zanetta hat einen Nachbarn, den reichen Signor Raimondo, der ein Auge auf ihre Herrin Signora Dorotea geworfen hat. Als sie ihrer Herrin den Ring überreichen soll, verkauft sie stattdessen klammheimlich das Schmuckstück. Die eifersüchtige Gattin des Nachbarn wird misstrauisch, was die "nichtsnutzigen" Dienstmädchen da aushecken.

Dann gibt noch zwei alte, am Stock humpelnde Signore, die von den lebenslustigen Dienstmädchen nach Strich und Faden ausgenommen werden. Die beiden Alten sind Figuren, die noch der Commedia dell'Arte nahe stehen. Das turbulente Geschehen gipfelt in den Szenen, wenn sich die Dienstmädchen und die feine Gesellschaft in Kostümen und Masken ins karnevalistische Treiben stürzen und sich beim prächtigen Korso treffen. "Das Stück wird sehr lustig", erzählt Regisseur Dreiser, "es hat uns schon beim Proben riesigen Spaß gemacht".

Täuschung, Eifersucht, Betrug und ein wahrer Kostümrausch machen die Inszenierung zu einem unbeschwerten Theatervergnügen. Regisseur Dreiser hat die Komödie aus dem 18. Jahrhundert etwas bearbeitet, aktualisiert und den Schluss abgeändert. Im Original geben die frechen, abenteuerlustigen Dienstmädchen klein bei und kehren reumütig zu ihren Herrschaften zurück. In der Inszenierung von Dreiser gibt es eine überraschende Wendung. "Wir hatten keine Probleme, die Rollen zu besetzen", freut sich der Theaterleiter.

Fünf Darstellerinnen schlüpfen in die Rollen der Dienstmädchen. Barbara Fleck gibt die pfiffige, freche Zanetta, die den Ring verkauft, Erika Hansmann die aufgetakelte Rosega, die so gern einen Mann hätte und sich jedem Herrn an den Hals wirft, Maria Lo Voi die verführerische, gerissene Gnese, Martina Sporer die reizende naive Meneghina und Janine Lentz die mädchenhafte Titta, die Jüngste im Kreis der Dienstmädchen.

Matthias Lentz und Rudi Oberscheidt mimen die beiden alten Kavaliere. Martin Fleck spielt den noblen Signor Raimondo, Marianne Grundler seine eifersüchtige Gattin. Martina Rauscher ist die umschwärmte Signora Dorotea. Als flinker agiler Bäckerbursche, der etwas von Arlechino hat, ist Thomas Wolf zu erleben.

Viel Aufwand betreibt die Theatergruppe bei den Kostümen und Maskierungen. Die Damen bezaubern in prächtiger Aufmachung mit traumhaft schönen Kleidern mit Reifröcken, Perücken, Fächern, Federn und Masken, die Herren tragen Kniehosen, barocke Gehröcke und von einem venezianischen Schneider extra für den Karneval gefertigte Mäntel. Maria Lo Voi hat aus Venedig originale venezianische Gesichtsmasken mitgebracht. Und zu den Schreittänzen erklingt stilvoll Renaissancemusik.

Termine: Premiere heute, Freitag, 20 Uhr. Weitere Vorstellungen am 17., 18., 23., 24. und 25. März, 20 Uhr, sonntags 17 Uhr. Vorverkauf Buchhandlung Merkel und VHS.

Roswitha Frey