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Currywurst mit Pommes

Presse

aus dem Südkurier vom 09.03.2007

Von Menschen wie Du und Ich


© Südkurier
Manta-Harry und sein "Blondie": Szene aus dem Stück "Currywurst mit Pommes", das die VHS-Theatergruppe "Querfeldrhein" im Bürgersaal spielt.
Foto: Frey

Der Theaterbesuch fängt schon mal lecker an: Im Foyer gibt es Brötchen mit Frikadellen, auch in vegetarischer Art. Das macht Appetit auf die herzhaft-amüsante Theaterkost, die dann im Bürgersaal serviert wird. "Currywurst mit Pommes" heißt das Stück, mit dem die Rheinfelder VHS-Theatergruppe "Querfeldrhein" eine rundum gelungene Premiere feierte.

Schon das Bühnenbild ist einfallsreich und zeigt, wie man mit wenigen Mitteln viel hermachen kann: Verkehrsschilder weisen den Weg zur Bühne, Autobahngeräusche werden eingeblendet, und im Mittelpunkt des Geschehens steht die bis ins Detail liebevoll aufgebaute Imbissbude "Hansi Bar". Dort werkelt die Kioskbesitzerin Penny, verkauft Fritten, Frikadellen, Würstchen, Cola und Bier, hört und sieht so allerlei kleine menschliche Komödien und Tragödien, Komisches, Skurriles, alltägliche Szenen mit Menschen wie du und ich. In diesem Stück von Nick Walsh und Frank Pinkus spielen 23 Akteure rund 60 verschiedene Rollen: eine riesige Herausforderung an die Darstellerinnen und Darsteller der Theatergruppe, die quasi im Schnelldurchgang in immer neue Kostüme und Charaktere schlüpfen.

Und das gelingt den Spielerinnen und Spielern unter der Regie von Thomas Schmidt ganz hervorragend. Die Menschentypen, die da in so vielen Dialekten von sächsisch bis norddeutsch daherreden und ihre Probleme, ihren Frust, ihre familiären und amourösen Zwistigkeiten an Pennys Pommes-Stand abladen, sind richtig gut getroffen, aus dem Alltag, aus dem Leben herausgegriffen und kommen einem sehr bekannt und vertraut vor. Christel Riedel spielt die Hauptrolle der Penny so sympathisch resolut, schlagfertig und herzlich, als lebenskluge Frau und "Philosophin der Currywurst" mit gesundem Mutterwitz und dem Herz auf dem rechten Fleck, dass es wirklich ein Vergnügen ist, ihr zuzuschauen.

Und da gibt es natürlich viel zu schmunzeln und zu lachen über einige schräge Typen: etwa den protzigen Manta-Fahrer Harry (Matthias Lentz) mit Goldkettchen, der seine Schätzchen immer "Baby" oder "Blondie" nennt, den nervigen Familienvater im Jogginganzug (Manfred Meister), der ständig mit der Videokamera hantiert, oder die schüchterne Schauspiel-Schülerin mit Sprachfehler (Eva Mendel). Köstlich auch die Szenen mit der campierenden "Ossi"-Familie mit der sächselnden Oma (Brunhilde Hering), die vor dem Imbissstand ihre Stullen auspackt und statt in Italien in Spanien landet, oder die drei Lehrerinnen (Martina Sporer, Erika Hansmann, Sabine Tomczak), die auf dem Weg in einen Toskana-Kreativurlaub "ganz ohne Männer" sind und alles "total toll" finden.

Seine Lust an der Verwandlung und am Komödiantisch-Parodistischen kann auch der Leiter der Theatergruppe, Wolfgang Dreiser, mal als "Penner" Herbert, mal als holländischer Wohnwagen-Fahrer, mal als italienisches "Muttersöhnchen" voll ausleben. Ob neureiche Kultur-Snobs, gestresste Manager, "Brummi"-Fahrer, streitende Paare und kreischende "Tokio Hotel"-Fans, unternehmungslustige Senioren oder gar eine Schar von Nonnen, die freche Nonnenwitze erzählen: Der Reigen der Menschen auf dem Weg in den Süden ist witzig und abwechslungsreich inszeniert in einer schnellen Szenenfolge. Nach der Pause trifft man dieselben Reisenden auf dem Rückweg wieder an und erlebt dabei manche Überraschung und Pointe. Und nicht nur Penny tröstet, schimpft und kommentiert, staunt nicht schlecht über die "menschliche Komödie", die sich da vor ihren Augen abspielt. Wie gut den Premierenbesuchern diese humorvoll-satirisch aufgetischte "Currywurst mit Pommes" geschmeckt hat, zeigte sich an den vielen Lachern und am herzlichen Beifall.

Roswitha Frey

Termine am 9./10. März, 20 Uhr, und 11. März, 19.15 Uhr, Bürgersaal.

Roswitha Frey


aus dem Südkurier vom 23.02.2007

Zwischen Fastfood und Frittierfett


© Südkurier
Auch versnobte Damen kehren in der Imbissbude ein: Probenszene aus dem Stück "Currywurst mit Pommes", das die Rheinfelder VHS-Theatergruppe "Querfeldrhein" im März auf die Bühne bringt.
Foto: Frey

"Bitte zwei Mal Bratwurst mit Pommes", ordert ein Gast am Imbiss-Stand irgendwo an der Autobahn in Richtung Süden. Seit 30 Jahren steht die Kioskbesitzerin Penny in ihrer "Hansi-Bar" an der Friteuse und serviert den Durchreisenden ihre heiß geliebte "Currywurst mit Pommes". So heißt auch das Theaterstück von Frank Pinkus und Nick Walsh, das die Rheinfelder VHS-Theatergruppe "Querfeldrhein" derzeit eifrig probt. Am 2. März ist Premiere im Rheinfelder Bürgersaal.

Die Imbissbude von Penny ist Dreh- und Angelpunkt der ganzen Inszenierung: eine Welt im Kleinen, ein Mikrokosmos der verschiedensten Menschentypen, die auf dem Autobahn-Rastplatz Halt machen auf dem Weg in den Urlaub und später auf der Rückreise. Es herrscht ein ständiges Kommen und Gehen, die unterschiedlichsten Leute kehren kurz an Pennys Pommes-Stand ein: Trucker und Motorradfahrer, eine Gruppe von Lehrerinnen aus dem Ruhrpott auf Esoterik-Trip in die Toskana, eine Gruppe von Nonnen auf dem Weg nach Rom, Schauspielschüler auf dem Weg zur Prüfung, Manager auf Pseudo-Fortbildungskurs, eine Familie, die ihre Oma ins Seniorenheim abschieben will, ein nerviger Familienvater, der alles und jedes mit seiner Videokamera filmt, und ein italienisches Pärchen, das ins "Hotel Mama" fährt und sich darüber gehörig in die Haare kriegt: lauter Alltagsszenen, Momentaufnahmen aus dem Leben, zwischen Fastfood und Frittierfett.

"Es ist ein sehr witziges Stück, es hat mir gleich gefallen", meint Thomas Schmidt, der seit 2003 bei der Gruppe mitspielt und erstmals bei einem abendfüllenden Stück für "Querfeldrhein" Regie führt. "In den letzten Jahren lag die Hauptlast immer bei Wolfgang Dreiser, da wird er jetzt mal entlastet", sagt Schmidt. Doch der bewährte Theaterleiter und Regisseur Dreiser ist natürlich auch bei dieser Inszenierung mit von der Partie, diesmal als Schauspieler gleich in vier verschiedenen Rollen.

Überhaupt müssen die Darsteller der VHS-Theatergruppe jeweils bis zu fünf Rollen in diesem Stück spielen, sich also ständig in neue Charaktere verwandeln. Eine feste durchgehende Rolle hat Christel Riedel als Penny, die gütige "Seele" hinterm Imbissstand. 23 Akteure sind in diesem Personenreichen Stück eingesetzt, darunter bewährte und Bühnenerfahrene "Querfeldrhein"-Mitspieler, aber auch einige, die neu dabei sind und aus dem VHS-Theaterworkshop kommen, sowie einige Jugendliche. Weil die Frauen im Ensemble in der Überzahl sind, wurden auch einige Männerrollen für Frauen umgeschrieben.

Das Stück, so verrät Thomas Schmidt, sei schon komödiantisch ausgerichtet, durch die vielen Einzelszenen wirkt es auch sehr temporeich. Die Typen, die in Pennys Pommes-Bar aufkreuzen, einmal vor dem Urlaub und dann, ziemlich verändert, auf der Rückreise, sollen dem Zuschauer durchaus vertraut und bekannt vorkommen. Denn alle sind mit ihren Problemen, Hoffnungen und Sehnsüchten im Gepäck unterwegs.

"Das Ziel ist, dass sich der Zuschauer ein Stück weit wieder findet", erhofft sich Thomas Schmidt einen Schmunzeleffekt und Wiedererkennungswert beim Publikum. Vorgesehen ist auch, das Stück während der "Grün" noch einmal im Kastanienpark oder vor dem Haus Salmegg aufzuführen. Premiere ist am 2. März, 20 Uhr, im Rheinfelder Bürgersaal.

Weitere Vorstellungen sind am 3., 4., 9., 10. und 11. März, Freitag und Samstag 20 Uhr, Sonntag 19.15 Uhr. Vorverkauf in der VHS Rheinfelden, Tel. 07623/72400. Info: www.querfeldrhein.de

Roswitha Frey


aus dem Oberbadischen Volksblatt vom 01.03.2007

Theatergruppe Querfeldrhein probt neues Stück / Premiere am 2. März

Rheinfelden. Mit herzlichen Begrüßungen und einem fröhlichen Durcheinander beginnt die Probe der Laien-Theatergruppe Querfeldrhein zu ihrem neuen Stück Currywurst mit Pommes.

© Oberbadischen Volksblatt
Schräge Gäste erzählen von ihren Urlaubserlebnissen
Foto: Friederike Kayser

30 aktive und passive Mitglieder zählt die Gruppe, 23 davon kommen beim Stück zum Einsatz. Seit einem halben Jahr wird zwei bis drei Mal die Woche geprobt, um die 40 Szenen des Stücks einzustudieren.

In der Komödie von Nick Walsh und Frank Pinckus dreht sich alles um eine Pommesbude an einem Autobahnrastplatz. Penny, die altgediente Currywurst-Wirtin trifft so manchen schrägen Vogel auf dem Weg in die Ferien. Drei Wochen später machen die gleichen Personen auf dem Heimweg Rast an der Pommesbude. Neue Konstellationen und kuriose Urlaubserlebnisse überraschen Penny und den Zuschauer.

Insgesamt gibt es in dem Stück rund 70 Rollen. Teilweise übernimmt ein Schauspieler fünf Rollen. Verschiedene Charaktere darzustellen, macht das Proben und Spielen reizvoll. Das Stück gibt allen Altersgruppen die Gelegenheit mitzuspielen: Die jüngste Schauspielerin ist elf Jahre alt, die älteste 75. Der Regisseur Dr. Thomas Schmidt hat das Stück perfekt auf seine Truppe zugeschnitten: Konnten Rollen nicht besetzt werden, wurden diese Szenen einfach gestrichen und neue geschrieben. Er hat sich außerdem bemüht, das Stück nicht als Slapstick-Komödie, sondern sehr natürlich rüberzubringen. Ich will dem Publikum die Möglichkeit geben, sich selbst in den dargestellten Personen zu entdecken, erklärt Schmidt.

Bei so vielen verschiedenen Charakteren, mit verschiedenen Akzenten und Dialekten übertrieben und humorvoll in Szene gesetzt, werden den Zuschauer sicher die ein oder andere Figur an eigene Erlebnisse erinnern.

Geschult wurden die Schauspieler alle von Wolfgang Dreiser, dem Leiter der Theatergruppe, der auch selbst einige launige Figuren übernimmt. An der Volkshochschule Rheinfelden gibt der passionierte Schauspieler und Regisseur regelmäßig Theaterworkshops. Aus dem ersten Theaterworkshop ist die Theatergruppe im Jahr 2001 entstanden und nur wer einen Workshop bei Wolfgang Dreiser absolviert hat, kann der Gruppe beitreten. Die Schauspieler kommen nicht nur aus Rheinfelden, sondern auch aus der Schweiz, aus Grenzach und aus Lörrach.

Auch hinter den Kulissen wird viel gearbeitet: eine Pommesbude wurde aus Holz gebaut, Lichterketten und Bemalung werden bis zur Premiere fertiggestellt. Einige der Schauspieler stehen zum ersten Mal auf der Bühne. In den Proben wurde auch Improvisation geübt, so dass die Schauspieler Textlücken locker überbrücken können.

Friedrike Kayser